Hallo Leute - ich kann im Forum nicht alle Themen verfolgen - dafür habe ich in der Zwischenzeit umso mehr km mit meinem 82kWh-BEV gemacht - bin inzwischen bei 27000km.
Hier liefer ich euch einen Bericht über Verbräuche und ein paar technische Dinge, die ich in der Zeit gelernt habe:
Meinen BEV fahre ich seit letztem Oktober - kleine Nebenbemerkung: Ich wohne zur Miete, habe glücklicherweise eine Garage im Haus. In diese habe ich eine Drehstrom-Steckdose legen lassen, die über meinen Wohnungszähler läuft. Als Wallbox nutze ich einen Juce-Booster (also nichts fest installiertes). Der lädt normalerweise mit recht niedrigem Ladestrom, in der Regel 6 A (das dürften wenig mehr als 4kW Anschlussleistung sein - somit allenfalls der Verbrauch eines Küchen-Herdes... - ich vereinfache hier sehr stark, will an dieser Stelle keine Diskussion über Lade-Varianten anstossen - nur eben: Es geht einfach - ich bevorzuge einfach...
Ich fahre praktisch immer im Normalmodus. Meine Rekuperation steht üblicherweise auf Min, aber von den stärkeren Stufen mache ich beim Bremsen gebrauch. Meine rechte Ex-Gangschaltungs-Hand zuckt aus alter Gewohnheit am Automatik-Einsteller (schlechter Stil - weiss ich...) - hier nutze ich die Stellung N recht ausgiebig zum Rollen - besonders wenn es bergab geht, und die Rekuperation zu stark bremst. Bis heute weiss ich aber noch nicht, wie viel Effekt das auf die unten aufgeführten Verbräuche hat.
Meine Klimaanlage ist in den unten gezeigten Beispielen aus (Temperatur beidseitig auf LOW, und Ventialtor OFF) - dafür habe ich viel Fenster auf. Wenn ich- oder meine Partenrin sie einschalten steigt der Sommer-Verbrauch auf Langstrecke augenscheinlich um ca. 1 bis 2 kWh/100 - auf Kurzstrecke erheblich mehr! (Ähnliches gilt für die Wärmepumpenheizung im Winter). Regen/Sauwetter hebt den Verbauch natürlich ebenfalls - auch dafür unten ein Beispiel.
Hier ein paar Verbrauchs-Stichproben (Zettel-Notitzen vom Display) - Meine Streckenbeispiele:
Strecke-1 ist mein täglicher Arbeitsweg - ist ein 120km Rundkurs mit ca. 100m Topographie - enthält ca. 1/3 Autobahn bei 120, 1/3 Baustellenabschnitte bei 80 und 1/3 Dorf-Strecke zwischen 80 und 50, Fallweise Stau.
Strecke-2 ist ein Autobahn-Streckenprofil von etwa 200km, dass ich ebenfalls regelmässig fahre (ganz im Süden, längsseits vom Bodensee... A81, dann Ost-West-Strecke am See mit den üblichen Staus, dann A96 (sehr schnelle Strecke) bis kurz vor München, ausgeprägtes HöhenProfil. Leider sind diese Beispiele nicht ganz einheitlich, denn ich fahre gelegentlich auch eine 230km lange Variante mit mehr Autobahnanteil - siehe unten.
Aktuelle Stichproben für Hochsommerlichen Verhältnissen (25 bis weit über 30Grad), Sommerreifen:
Strecke-1: (Sommer)
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59km/h 13.6 kWh/100 118km
62km/h 14.3 kWh/100 118km
63 13 118
61 13.4 118
63 14.2 118 (hier war auf dem Rückweg Klima ON)
Strecke-2: (Sommer)
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83km/h 19.3kWh/100 203km
78 19.9 205
72 20.6 206
Es ist klar, dass die niedrigen Werte mit langsamer Geschwindigkeit zusammenhängen. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden.
Und hier die (fast) gleichen Strecken aus der kalten Jahreszeit (Dezember Januar Februar) mit Winterreifen:
Strecke-1: (Winter)
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66km/h 17.7kWh/100 115km (6 Grad, nass)
68 18,1 119 (2 Grad, Regen)
65 17,7 119
65 16 118 (12 Grad)
Strecke-2: (Winter)
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80km/h 20.2kWh/100 228km (+2Grad abweichende Route 230km siehe oben)
64 20.1 235 (+2Grad, abweichende Route 230km siehe oben)
97 22.9 228 (-6Grad, abweichende Route 230km siehe oben)
84 22.1 201 (diese Route ist genau vergleichbar mit obigem Sommer-Beispiel - an diesem Tag jedoch Sauwetter, ganze Strecke Schneefall und Schnee auf der Autobahn! Diverse Assistenz-Sensoren ausgefallen)
Wie zu erwarten: Kälte punktet deutlich, Schneematsch natürlich auch, allerdings ist der Effekt nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte - interessant: Bei Autobahn-Fahrt ist der Klima-bedingte Unterschied weniger gross - ich denke, das wird an Wirkungsgrad/Wärme-Bilanz liegen.
Leider habe ich mir im Winter wenig Notitzen über Heizung gemacht - eventuell war sie aus, denn zu dieser Zeit war ich noch ehrfurchtsvoll, und glaubte sparen zu müssen... ;-))
Ich möchte betonen, dass ich auf den schnellen Autobahn Abschnitten (inzwischen) vollkommen frei mit dem hierzulande schnellen Verkehr mit-fliege, 150 bis 170 Sachen sind normal. Momentanverbräuche gehen dann natürlich sehr hoch (35 ... 50kWh/100), werden jedoch immer wieder gefolgt von Abschnitten, wo der Wagen bei ebenso hoher Geschwindigkeit sehr lange schiebt - dann sieht man trotz hoher Tachowerte nur ein paar kWh/100 oder -kWh/100 im Display - und im Strecken-Mittel erreicht man (bekanntermassen) ohnehin kaum mehr als 80 Sachen.
Hier noch eine kleine technische Beobachtung: Da ich selbst beruflich ElektroTechnik-Mensch bin (leider nicht im KFZ-Bereich), treiben mich auch Gedanken über Verlustleistung bzw. Wärmeentwicklung um - die ja indirekt mit Verbrauch und Performance zusammenhängen. Hierzu dies: Wenn ich nach oben geschildertem 2.5 Std Autobahn-Sausen den Wagen am Ziel abstelle, dann läuft ein starker Lüfter im Motorraum einige Minuten nach - was Wunder... Ich habe dabei mal kurz unter die Frunk-Haube geschaut und finde einen kräftigen, kuchenwarmen Luftstrom (geschätzt 40 Grad), der augenscheinlich von Aussen durch einen Kühler hindurch ins Innere bläst - also wie bei einem Verbrenner. Ich nehme an, dass hier die Abwärme des Wandlers (wassergekühlt?) abgeführt wird? (In diesem Fall war Klima vorher nicht gelaufen). Aus solchen Beobachtungen schöpfe die ich Zuversicht, dass unser Dicker im Hochsommer dauerlast-fähig ist. Auch bzgl. Motordrehmoment habe ich kein auffälliges Fading gespürt - er zieht m.E. am Ende der Fahrt (aufgeheizt) so gut wie zu Begin. Vielleicht ist auch dieser Punkt für Forums-Leser interessant.
Ich hoffe meine Ausführungen sind für ein paar Leser nützlich... 