Beiträge von fuse12

    Hallo allerseits - ich melde mich mit neuesten Verbrauchs-Impressionen zurück:

    Hier ein paar Eckwerte von abendlicher Tour nach Stuttgart vor ein paar Tagen ( 2 x 172km). Sie ist für mich deshalb interessant, weil ich hier wagen konnte, die Batterie bis 12% leerzufahren - denn zuhause wartet meine Steckdose...


    Wir haben die Tour mit Voll-Ladung 100% (521km Reichw) bei c.a +10 Grad begonnen. Geschwindigkeiten bei 120...130km/h, üblicher Stau und Stadt ergab mittlere Geschwindigkeit 70km/h. In Stuttgart sind wir dadurch unerwartet mit 61% (265km RestReichw., 17.2kWh/100) angekommen. Dadurch entbrannte unser Ehrgeiz, auch die Rückfahrt ganz ohne Ladestopp zu schaffen ;) - Ich bin dann nach anfänglichen 130km/h und zusehends schmelzender Rest-Reichweite im Display so etwa 115..120km/h gefahren. Abgeschlossen haben wir die Strecke (total 344km) mit 12% ( Rest-Reichweite 46km, mittlere Gechwindigkeit der Rückfahrt 84km/h, Totalverbrauchsmittel hin/zurück 19kWh/100, bei +4 Grad).

    Wärmepumpe war AUS - gelegentlich Ventilator bei Temperatureinstelliung MIN. Sitz- und Lenkradheizung ON. Der Wagen fährt aktuell natürlich Winterräder. Kleine Nebenbemerkung: Wir hatten eine Weile starken Nebel und starke Betauuung der Frontscheibe von innen. Gerne hätte ich die elektrsiche Frontscheibenheizung benutzt, die normalerwiese sehr effektiv ist - aber Fehlanzeige: Sie liess sich bei plus 4 Grad nicht einschalten - sehr schlecht! Wir haben uns dann mit dem Gebläse mit ungeheizter Luft mehr schlecht as recht beholfen.


    Ob wir uns mit solchen Verbrauchswerten rühmen können weiss ich nicht. Das ganze Spiel ist neu für mich, ich anlaysiere die Sache sozusagen mit grösstem Interesse. Für den Moment ist mein Eindruck, dass diese Fahr/Verbrauchsleistungen praxisgerecht sind. Sobald ich Zuversicht habe, dass diese Charakteristik System hat, werde ich auch Langstrecken-Ladestops etwas gewagter planen.


    Hier noch ein paar Anmerkungen zu euren Beiträgen mit den sehr hohen Kurzstreckenverbräuchen:

    Das bestätigt sich auch in meinen Erfahrungen - Kurzstrecke punktet deutlich. Die Reichweitenschätzung im Display schmilzt ganz ungefähr um das 1.5-fache der wirklich gefahrenen Kilometer, solange ich ca. 20km Fahrt nicht überschritten habe - und sie schmilzt zusehends langsamer, je länger man fährt - ab ca. 100km geht sie für mein Auge in eine plausible Schätzung über. DIese Charakteristik ist jedoch m.E. kaum zu kritisieren. Ich hatte bisher gedacht, dass besonders dieser "Quick-Heat" Mechnismus auf den ersten Kilometern eine grosse Rolle spielen muss. Was ausserdem auf Kurzstrecke ganz besonders punktet ist die Wärmepumpenheizung.

    Meine Partnerin stellt sie grundsätzlich auf 21Grad - dann versucht also die Wärmepumpe bei (z.B.) Null Grad Aussentemperatur plus 21 Grad innen zu erreichen. Bis sie das geschafft hat und die Klimaregelung in den Regelbetrieb übergehen kann, läuft sie (vermutlich) im Dauerbetrieb - und darüber vergehen natürlich ein paar Kilometer. Interessanterweise scheint der Dauerbetrieb des Klimakompressors zwischen 5 und 10 kWh/100 zu verbrauchen (was ich sichtbar mache, indem ich den Wagen drehmomentfrei rollen lasse (Stellung N) - dann sollte alles was von Null im Display abweicht, ein Verbraucher sein der nicht der Antrieb ist - in diesem Fall der Wärempumpen-Kompressor.

    Für mich ist längst klar: Bei Kurzstrecke und grossem Wärmebedürfnis kommt mein Streckenmittel bei Kurzstrecke locker auf 25kWh/100 und sehr oft auf 30kWh/100 - was mir wiederum egal ist, weil der Wagen anschliessend wieder an die Steckdose kommt...

    Allzu deprimierend sind auch 30kWh/100 auf Kurzstrecke nicht - sie würden einem Kalt-Verbrauch eines Verbrenners von etwa 3L/100 entsprechen - eine Zahlen die nach meiner Erfahrung in der Verbrenner-Praxis um ein Vielfaches übertroffen wird.


    Noch eine wichtige Anmerkung zur Wärmepumpe: Obwohl der Klimakompressor offensichtlich sehr leistungsfähig ist (kennt jemand offizielle Spec?), geht der Verbrauch - sobald die eingestellte Raumtemperatur erreicht ist - auf sehr viel sparsamere Werte zurück. Mit der oben beschriebenen Ablesung bei Stellung N lese ich Werte zwischen 0.5 und 1.5 kWh/100 ab (bei 100km/h). Diese kann ich auf Langstrecke gut akzeptieren, so dass es auch eine gute Grundregel sein könnte, die Klimaanlage mit moderater Temperatur dauerhaft laufen zu lassen. Man erhält dann nur keine Spiztenwerte bzgl. Fahr-Verbrauch - und eben, wie hier diskutiert, prinzipiell recht hohe Kurzstreckenverbräuche.

    Gutes Argument - tatsächlich hatte ich bisher den Eindruck, dass der Antrieb Dauerlastfähig bis 170 Sachen (bergauf!) fahren kann - damit wäre wohl meine Überhitzungs-Theorie vom Tisch. Bleibt also nur die kalte Batterie - wir haben hier nur wenige Grad über Null.

    Hier hätte ich noch eine ergänzende Beobachtung: Starke Rekuperation (Stufe-3) nach schneller Autobahn-Fahrt 160 bis 170km/h führt bei meinem recht zielsicher zum Reduzieren/Abschalten der Rekuperationsstärke - also gleiches Thema wie oben, nur anders provoziert...

    Ich habe mir diese Theorie zurechtgelegt: An einer Schnelladesäule habe ich Leistungen zwischen 60 und max 110 kW beobachtet, solange der SOC recht niedrig ist (20%) - bei höherem SOC geht die Ladeleistung deutlich zurück. Die Werte liegen dann tiefer, als wir oben bzgl. der Bremsleistung diskutiert hatten. Daraus kann man vermutlich schlussfolgern, dass beim starken Rekuperieren tatsächlich das BMS zum Schutz der Batterie den Ladestrom zurückregelt. Macht auch nichts - ich will ja ohnehin saubere Bremsscheiben haben... ;)

    Weiss jemand ob es eine Möglichkeit gibt, die Batterie-Temperatur auszulesen?

    Ich beobachte das ebenfalls - immerhin ist der Gesamt-Verbrauch trotzdem recht akzeptabel (finde ich).

    Bei den aktuellen Temperaturen: ja. Bei der Rekuperation in mittlerer Stufe kratzt du schon fast an den 50kWh, bei hoher Stufe würde ich bis zu 100kWh schätzen. Natürlich schreitet hier das BMS ein, und schützt die Batterie. In der Hinsicht hilft wohl leider nur eine warme Garage 🙁

    Ein Trost: auf längerer Fahrt wird die Batterie wärmer, und dann tritt das nicht so häufig auf. Lediglich bei längerer Abfahrt (bei mir am Reschenpass).


    Zum Thema Bremsen bin ich der Meinung, dass der GL fast schon zu stark rekuperiert, und die Bremsen zu schnell angehen anrotten. Ich muss viel öfter freibremsen gegenüber unserem Corsa electric. Besonders die hinteren Bremsenscheiben sehen gerne aus, als ob sie noch nie die Backen gesehen hätten - gerade, wenn viel Salz auf den Straßen liegt.


    Das mit der längeren Fahrt geht bei mir jedoch nicht auf. Recht eindeutig und reproduzierbar drosselt der BMS/Rekuperationsmechanismus auch nach 1 Std Fahrt und nach einer etwas längeren Bergabfahrt die Energie-Rückgewinnung so stark, dass sie fast nicht mehr wirksam ist. Ich denke, hier schützt nicht nur das BMS die Batterie vor zu viel Ladestrom, sondern auch der Wandler sich selbst vor Überhitzung. Die von euch geschätzten 50...100kW sind kein Pappenstiel... Bei einem Wandler-Wirkungsgrad von 95% würden 2.5 bis 5 kW an Hitze entstehen (weiss jemand hier genauere technische Daten?). Bei solchen Dimensionen kann ich mir schon vorstellen, dass ein mitfühlender Entwickler da etwas Sicherheit hineinprogrammiert hat...

    PS: Ich will mal asap ausprobieren, ob es hilft, die Wärmepumpe während dieser abschüssigen Strecke laufen zu lassen - die könnte ja (wenn sie gut gemacht ist) den Wandler kühlen...

    Ich sollte noch erwähnen, dass ich ohnehin regelmässig für drehmomentfreie mechanische Bremsung sorge (Wahlhebel in Segelstellung). Ich fahre also nicht wirklich Energie-Einsparungs-maximiert. Bei der gewaltigen Gesamteinsparung opfer ich gerne etwas Effizienz für ein Bremsgefühl solider glatter Bremsscheiben.

    Du hast mich genau falsch herum verstanden 😉

    Ich lass den Dicken 5 Minuten auf „Normal“, und schalte dann auf „Eco“, was dann mein normaler Modus ist. In Eco wird der Quickheat nicht aktiviert, sondern nur die Wärmepumpe. Zusätzlich mit der Sitzheizung ist das dann sehr energiesparend, und da ich es eh ein wenig kühler mag… 😉

    Danke für die Klarstellung - ein Quickheat gibts? - erledigt das ebenfalls die Wärmepumpe? - sehr schön! - mit Eco habe ich bisher noch nicht experimentiert - kommt noch...

    ja, ist schon alles richtig - nur passt es nicht sehr gut zu meiner Nutzung. Ein normaler (Funk) Schlüssel wäre mir lieber gewesen

    Ich habe wiederholt erlebt, dass alles Kameras ausfallen, wenn die Rückspiegelgehäusen beim Duschen Wasser abbekommen. Sobald alles wieder trocken ist, laufen sie bisher wieder normal.

    Eine interessante Prozedur - ob sie wohl mit der BEV-Version ebenfalls funktioniert? - Dieses Keyless-Go Konzept ist auch für mich ein recht folgenschweres Ding - ich habe den Funkschlüssel in den Einstellungen so kastriert, dass er mit einmal AUF nur die Fahrertür öffnet - beim zweiten Mal sind alle Türen Auf. Ich meine, das wurde im Manual im Abschnitt über das Laden so empfohlen - weil man sonst ungewollt einen Ladevorgang abbrechen könnte. Auch bei anderen Gelegenheiten braucht man komplizierte Routinen. Zum Beispiel zeigt der Wagen u.U. etwas anderes auf dem Display, wenn man mit dem Funkschlüssel daneben steht, zum Beispeil bei einer Lade-Session - ganz genau habe ich das bis heute nicht im Griff. Man kann auch nicht den Funkschlüssel mit dem mechanischen Notschlüssel im Fahrzeug einschliessen - intelligent, zwar - passt aber nicht immer. Ebenfalls wedelt der Wagen gerne mal mit den Ohren/Spiegeln, wenn man ihn mit der Duschlanze abduscht (und als Folge fallen die Rundum-Kameras aus, wenn sie dadurch Duschwasser abbekommen) - auch das bewirkt der Funkschlüssel in der Hosentasche.

    Ich helfe mir provisorisch mit diesem Workaraound: Ich packe den Funkschlüssel beim Abduschen in eine kleine Blechdose (in der Jackentasche) - das funktioniert zufriedenstellend, man muss allerdings etwas probieren, bis man eine sicher funktionierende Dose findet. Ehrlich gesagt hätte ich das Auto ohne solche Grillen bevorzugt...

    Hallo allerseits - ich melde mich zurück - bin meinen (Dicken, 82kWH BEV) inzwischen gegen 9000km gefahren. Weihnachts-Tour in den Norden 2 x 1000km (hauptsächlich A7) erledigt, bei Temperaturen um Null Grad. Meine Geschwindigkeit habe ich versucht, auf 120...130km/h zu bändigen (was schwer fällt, denn der Wagen will schneller).

    Meine Etappen lagen zwischen zwischen 280km und 200km, Verbräuche zwischen 19 und 24 kWh. Interessant: Die Kasseler Berge waren überhaupt kein Problem und haben den Verbrauch im Streckenmittel nur leicht erhöht (ich denke die 24kWh/100 gehen an diese Etappe). Bin im Normal-Modus gefahren - beim Heizen habe ich mich überwiegend auf Sitz- und Lenkradheizung beschränkt - die Sparmassnahme war übertrieben, wie ich heute sehe. Der Wagen macht insgesammt einen recht guten Eindruck auf mich, für den Moment bin ich zufrieden mit dem Kauf. Eine Vielzahl kleiner technischer- oder Software-Zicken gab- und gibt es - jedoch, angesichts von dem Schmalmassel, den neimsy86 mit dem "Fehler Elektroantrieb" gerade erlebt, bin ich beinahe froh über diese Kleinigkeiten...