Der Unterschied von dir zu mir: du rechnest ökonomisch, ich physikalisch.
Der Faktor ist der Unterschied der Effizienz beider Fahrzeuge. Oder besser gefragt: wieviel Energie stecke ich rein, um eine gewisse Arbeit verrichten zu können?
Zuerst einmal müssen wir uns auf einen Vergleichswert festlegen. Die Physik bietet hier bereits eine passende Größe: die Arbeit in J oder kWh. Beim BEV ist das zum Glück recht einfach, beim MHEV/PHEV müssen wir dazu über den Heizwert gehen.
Das Ergebnis: in eine Wärme-Kraft-Maschine muss man um den Faktor x mehr Energie reinstecken, als in ein (gleichwertiges) Elektrosystem. 55l Tankinhalt sind umgerechnet 462kWh Energieinhalt. Damit kommt die Wärme-Kraft-Maschine unter realen Bedingungen um die 830km weit. Ab hier Fiktion: hätte der BEV, ohne das er an Gewicht zunähme, eine Batterie mit 462kWh Energieinhalt, würde er um die 2200km unter realen Bedingungen erreichen. Fiktion Ende.
Und was soll ich sagen? 2200km/830km =~ 2,61.
Am Ende kommt also der Elektroantrieb mit derselben Energie wesentlich weiter als die Wärme-Kraft-Maschine, weil er eben wesentlich effizienter ist. Diese Betrachtung beachtet den ökonomischen Sachverhalt jedoch in keiner Weise.
Ökonomisch muss man das anders berechnen. Das liegt, wie du schon erwähnt hast, daran, dass der BEV in der Grundversion 9000€ mehr kostet. Auch liegt es daran, dass der Strom gegenüber dem Benzin preislich im Nachteil ist. Die kWh Benzin kostet bei 1.70€/l gerade mal 0,20€/kWh. Diesen Preis erreichen/unterbieten nur Leute mit PV-Anlage auf dem Dach. Hier mach ichs mir mal einfach: mit dem Rechner kann sich jeder selber ausrechnen, wo er landet 😀 Obacht: bei dem Rechner ist die CO2-Berechnung kaputt.
Nach rein ökonomischen Gesichtspunkten kann ich dich also verstehen, das du einen MHEV genommen hast, vor allem bei wenigen Kilometern, und wenn du keine Möglichkeit hast, sehr günstig zu laden. In dieser Rechnung bin ich also d‘accord mit dir.
Die hohe Effizienz ist Segen und Fluch zugleich. Am Elektromotor wird man nicht mehr viel optimieren können. 2-5% sind vielleicht noch drin. Der größte Hebel ist die Batterie. Gewicht, Preis, Energieinhalt sind hier die wichtigsten Aspekte. 2025 lag der Preis eines Batterypacks bei Li-Ionen-Akkus bei 113$/kWh. Dazu kommt noch Kühlung, Management und natürlich Marge. 2030 wird ein Preis von 80$/kWh erwartet, mit der Tendenz, weit zu sinken. Die Preiskluft zwischen den Antriebsarten sollte also ebenfalls weiter sinken.